Tag der Artenvielfalt

Zum Tag der Artenvielfalt am 22.05.2022 schreibt die Naturschutzinitiative (NI) in einer Pressemitteilung
(https://naturschutz-initiative.de/neuigkeiten/1253-20-05-2022-pressemitteilung-zum-tag-der-artenvielfalt-am-22-05-2022):

Gesellschaft und Politik müssen endlich aufwachen. Umfassender Naturschutz muss wieder oberste Priorität haben, damit die Ökosysteme durch menschliche Eingriffe nicht noch weiter aus dem Gleichgewicht geraten“, erklärte Harry Neumann, Vorsitzender des Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI). „Der Erhalt der Arten und funktionierender Ökosysteme sind die zentralen Zukunftsthemen. Die einseitige Ausrichtung auf den ebenfalls wichtigen Klimaschutz verdeckt jedoch die biologische Realität des Artensterbens wie z.B. das Vordringen des Menschen in vormals unberührte Natur, die intensive Landnutzung, die Zerstörung der Wälder, die Ausbreitung von Monokulturen und den fortschreitenden Lebensraumverlust“, erklärte Dr. Andreas H. Segerer, Wissenschaftlicher Beirat der NI.

Nach dem Bericht des Weltbiodiversitätsrates zum Artensterben befinden sich 60 % der von der EU geschützten Arten in einem schlechten Erhaltungszustand. Die Arten, denen es ohnehin schon schlecht geht, sind weiterhin auf dem Sinkflug. In Deutschland ist jede dritte Tier- und Pflanzenart in ihrem Bestand bedroht, bei den Wirbeltieren sind es sogar zwei Drittel.“

Im Biosphärenreservat (BR) Bliesgau wird leider genau diese von der NI monierte einseitige Ausrichtung auf den Klimaschutz praktiziert!

Die klare Ablehnung des NABU Saarland und des Ornithologischen Beobachterrings Saar e.V. (OBS) von (weiteren) WEA im Bliesgau – als einem IBA-Gebiet (Important Bird Area), also als faktischem Vogelschutzgebiet, als Rotmilan- und Greifvogeldichtezentrum – aus artenschutzfachlicher und -rechtlicher Perspektive wird in dieser Biosphäre einfach ignoriert!

Um die Biodiversität ist es jedoch in vielerlei Hinsicht schlecht bestellt im Bliesgau. So trägt z.B. die intensive Landwirtschaft zum drastischen Schwund der Insekten- und Feldvogelbestände bei und eine fehlgeleitete Forstwirtschaft beeinträchtigt das Waldökosystem auf ganz massive Art und Weise.

Wie heißt es nochmal in der Präambel der Verordnung über das Biosphärenreservat Bliesgau?

„Charakteristisch für den Bliesgau ist seine reich strukturierte Landschaft, die von Streuobstwiesen, über Kalkhalbtrockenrasen bis hin zu alten Mischwäldern reicht. Die Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft und der damit verbundenen Artenvielfalt ist erklärtes Ziel des Biosphärenreservates.“