Richtigstellung zum „Runden Tisch Klimaschutz Blieskastel“

Entgegen der Berichterstattung in der Tagespresse bestand am „Runden Tisch Klimaschutz“ keineswegs Konsens darüber, dass in Blieskastel an weiteren Windenergieanlagen kein Weg mehr vorbeiginge. So haben am Runden Tisch allein vier windkraftkritische Blieskasteler Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften teilgenommen. Der NABU war ebenfalls am Runden Tisch vertreten und auch dieser lehnt bekanntermaßen die Windenergienutzung im Bliesgau ab. Weiterhin haben sich einige der teilnehmenden Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen (mit ihren Ortsräten) bereits klar gegen WEA auf ihrer Gemarkung ausgesprochen. In anderen Dörfern wird das – zumindest hinter vorgehaltener Hand – genauso gesehen. Somit kann von einem Konsens für diese natur- und landschaftszerstörerische Form der Energiegewinnung nicht die Rede sein.

Auch die Behauptung, dass die Einstellung eines Klimaschutzmanagers von allen Teilnehmern des Runden Tisches begrüßt wurde, entspricht so nicht den Tatsachen. Z.B. haben die BI „Windkraftfreie Biosphäre“ Bliesgau, der NABU Blieskastel und die Arbeitsgruppe „Naturbasierte Lösungen zum Klimaschutz“ die Auffassung vertreten, dass eine einseitige Fokussierung auf den Klimaschutz falsch ist. Das Biosphärenreservat Bliesgau steht in der Pflicht, die „Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft und der damit verbunden Artenvielfalt“ sicherzustellen. Dies ist in der Präambel unserer Biosphäre festgeschrieben. Zudem ist erwiesen, dass der zunehmende Verlust der biologischen Vielfalt mindestens genauso gefährlich für die Menschheit ist wie der Klimawandel. Maßnahmen gegen den Klimawandel und die Biodiversitätskrise können sich gegenseitig unterstützen, ohne abgestimmte Vorgehensweisen besteht jedoch das Risiko, dass unbeabsichtigte Zielkonflikte beide Krisen noch verschärfen. Die Stadt Blieskastel sollte daraus endlich die richtigen Schlüsse ziehen und sich statt einer einseitigen Ausrichtung auf den Klimaschutz um Fachkompetenz auch auf dem Gebiet des Natur- und Artenschutzes bemühen. Auf diesem Feld besteht gehöriger Nachholbedarf.

Gut möglich, dass die Tagespresse der Propaganda mancher Parteien auf den Leim gegangen ist. So wurden Teilergebnisse des Runden Tisches willkürlich vorweggenommen, ohne die Vorstellung der Abschlussergebnisse im zuständigen Stadtratsausschuss abzuwarten. Zudem wurden Ergebnisse recht eigenwillig interpretiert und im Sinne der eigenen klimapolitischen Agenda instrumentalisiert. Ob ein derartiger Umgang mit bürgerschaftlichem Engagement und kommunalen Gremien angemessen ist, kann jeder für sich selbst entscheiden.