Runder Tisch Klimaschutz Blieskastel: Chance nutzen oder weiter mit dem Kopf durch die Wand?

Am „Runden Tisch Klimaschutz“ haben die Teilnehmenden mit großem Engagement zahlreiche Sachvorschläge erarbeitet. Vereinbart war, dass die Ergebnisse in ihrer Gesamtheit dem Stadtrat vorgelegt und diskutiert würden. SPD und Grüne sind jedoch vorgeprescht und haben der Öffentlichkeit bereits mitgeteilt, einen Klimaschutzmanager installieren zu wollen. Diese vorzeitige inhaltliche Festlegung wird der Idee des Runden Tisches und den Teilnehmern, die mit hohem Zeitaufwand und großer Ernsthaftigkeit eine breite Palette an Ergebnissen erarbeitet haben, nicht gerecht.

Auch inhaltlich macht diese einseitige Ausrichtung auf den Klimaschutz keinen Sinn. Im Vergleich mit den Belangen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes nimmt der (großtechnische) Klimaschutz ohnehin schon viel zu viel Raum in unserer Biosphäre ein, die zudem bereits mit einem Klimaschutzmanager ausgestattet ist. Und längst müsste den Verantwortungsträgern in Stadt und Biosphäre bekannt sein, dass wir es neben dem Klimawandel mit einer nicht minder dramatischen Biodiversitätskrise zu tun haben. Weiterhin müsste bekannt sein, dass der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt eng miteinander verzahnt sind und gemeinsam angegangen werden müssen. Maßnahmen gegen den Klimawandel und das Artensterben können sich gegenseitig unterstützen. Werden diese Maßnahmen jedoch nicht aufeinander abgestimmt, besteht das Risiko, dass unbeabsichtigte Wirkungen und Zielkonflikte die Krisen noch verschärfen. Zudem müsste den Entscheidern bekannt sein, dass die Kernaufgabe unseres Biosphärenreservats nicht in erster Linie der Schutz des Klimas ist. Das erklärte Ziel unserer Biosphäre Bliesgau ist die „Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaft und der damit verbundenen Artenvielfalt“ (nachzulesen in der Präambel der Verordnung über das BR Bliesgau vom 24.06.2020). 

Aus diesen Gründen lehnen wir eine einseitige Ausrichtung auf den Klimaschutz und somit auch die Installation eines Klimaschutzmanagers ab. Notwendig ist vielmehr eine Fachkraft, die vor allem auch über Fachkompetenz im Bereich Natur- und Artenschutz verfügt. Statt Klimaschutz mit der Brechstange, ist es höchste Zeit für systemisches Denken und Handeln – sowohl in der Stadt Blieskastel als auch im gesamten Biosphärenreservat.

Als Bürgerinitiative „Windkraftfreie Biosphäre“ Bliesgau haben wir uns am Runden Tisch für naturbasierte Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt. Natürlicher Klimaschutz stellt einen systemischen Lösungsansatz dar, der eine Win-Win-Situation sowohl für den Schutz des Klimas als auch für den Schutz von Biodiversität, Natur und Landschaft generiert.

Weitergehende Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter folgendem Link:

http://www.windkraftfreie-biosphaere.de/