„Grünes“ Wachstum oder ökologischer Ablasshandel?

Prof. Dr. Niko Paech, Volkswirtschaftler mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Umweltökonomie, Ökologische Ökonomie und Nachhaltigkeitsforschung, führt mit diesem interessanten Vortrag in die Postwachstumsökonomie ein. Gut nachvollziehbar wird dargelegt, warum die deutsche „Energiewende“ nicht funktionieren kann und das Narrativ der „Klimarettung“ mittels Windkraft wird als „pure Techniküberschätzung“ entlarvt. Paech zeigt auf, wie die „Konzentration auf einzelne Technologien, Produkte und Handlungen“ die „ökologische Gesamtbilanz der jeweiligen Lebensstile“ ausblendet. Eine fatale Entwicklung, aber für den Einzelnen ganz praktisch, führen „symbolische Ersatzhandlungen in bequemen, ethisch korrekten, aber wirkungslosen Bereichen“ doch zu einer Gewissensentlastung. In der zweiten Hälfte seines Vortrages stellt Paech die verschiedenen Lösungsansätze seiner Postwachstumsökonomie vor. Dabei geht es u.a. um die Nutzung von Reduktionspotentialen, den Rückbau langer Produktionsketten und um eine Stärkung der Regionalökonomie.

Auch dem Biosphärenreservat Bliesgau, das sich als „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“ versteht, stünde es gut an, seine Klimaschutzstrategie auf den Prüfstand zu stellen. Ganz im Sinne echter Nachhaltigkeit sollten die Entscheider den „Masterplan 100 % Klimaschutz“ – mit seiner Fokussierung auf großtechnische Lösungen – endlich ad acta legen und sich wieder auf die wesentlichen Schutzzwecke des Biosphärenreservats besinnen: den Erhalt seiner Kulturlandschaft und Artenvielfalt.

Der Link zum Vortrag von Niko Paech auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=qRhaX6_JebM