Aktuelle Studie der TH OWL plädiert für eine rechtzeitigere Berücksichtigung von Umwelt- und Landschaftsschutz bei Planungen von Windkraftanlagen

Laut einer Studie *) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) werden Natur- und Landschaftsschutz zu spät bei der Planung neuer Windkraftanlagen einbezogen.

Zitat:
……Schon jetzt werden seitens der Politik bestimmte Flächen für den Bau von Windkraftanlagen ausgeschlossen, weil beispielsweise ein Flughafen, Stromleitungen oder Wohngebiete in der Nähe liegen. „Aber Umwelt- und Landschaftsschutz werden in den frühen Planungsphasen nicht ausreichend in der Planung berücksichtigt, die kommen dann oft erst vor Gericht zum Tragen und genau das kostet Zeit“, erklärt Dr. Wolfgang Peters von Bosch & Partner. „Eine konsistente Herleitung der Notwendigkeit einer Windenergieanlage von den bundesweiten Ausbauzielen bis zum konkreten Anlagenstandort dagegen ist ein wichtiger Faktor für Akzeptanz.“ Die Wissenschaftler haben deshalb bereits bei ihrer strategischen Flächenplanung Umweltaspekte einbezogen: Liegt ein Vogelschutzgebiet oder ein Biosphärenreservat in der Nähe? Gibt es Feuchtgebiete oder einen angrenzenden Wald, dessen Tierwelt gefährdet ist? Das Ergebnis ist eine Flächenkarte mit unterschiedlichen Risikoklassen. Auf rund 3,6 Prozent der Fläche in Deutschland schätzen die Wissenschaftler das Konfliktpotential mit Natur- und Landschaftsschutz als so gering ein, dass die Chancen für den Bau einer Windkraftanlage gut bis sehr gut sind. Das sind insgesamt knapp 13.000‬ Quadratkilometer.‬
„Fläche ist die neue Währung der Energiewende“, sagt Dr. Felix Christian Matthes vom Öko-Institut, das an der Studie beteiligt ist. „Nur, wenn wir es schaffen, Naturschutz- und Landschaftspflege in der Planung ernst zu nehmen, können wir den Ausbau der Windenergie so vorantreiben, dass das Erreichen der Klimaschutzziele realistisch wird.
…..“

Man beachte die unten gezeigte Karte, die ganz eindeutig den Bereich Bliesgau als NICHT geeignet (weiß) oder sogar als hohes bzw. multiples, sich überlagerndes, Konfliktrisikogebiet (rot bzw. dunkelrot) in Bezug auf Windkraft ausweist:

Bild Quelle:
https://www.natur-und-erneuerbare.de/fileadmin/Daten/Download_Dokumente/ZUR_DEBATTE_Naturschutz_Flaechen_Windenergie_Juni_2021.pdf

*) Link zur Pressemitteilung zur Studie:

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*) Link zur Originalpublikation, hier kann die o.g. Karte auch nach Download größer geladen werden um in den Bliesgau zu zoomen:

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